Die Biene produziert nicht nur das Heilmittel Honig. Als kleine "Naturapotheker" erzeugen oder sammeln sie auch andere Naturarzneimittel mit außerordentlichen medizinischen Wirkungen. Die Apitherapie beschäftigt sich mit der Verwendung aller Bienenprodukte zu Heilzwecken. Dazu gehören neben dem auch die , das und die .
Honig - ein gesundes Nahrungsmittel
Der Honig hatte in der menschlichen Kultur schon immer eine große Bedeutung. Bereits in der Bibel ist die Rede vom berühmten "Land, darin Milch und Honig fließen". Der Prophet Mohammed drohte bei Missachtung der göttlichen Gesetze den betreffenden Sündern "Die erste Wohltat, die Gott dem Menschen entzieht, ist die der Honig." Goatama Buddha schließlich sprach von den zehn Vorzügen, die ein mit Honigstücken vermischter Milchreis besitzt: "Zehn Dinge gibt und diese Speise: Leben und Schönheit, Ausgeglichenheit und Kraft. Sie vertreibt Hunger, Durst und die Winde. Sie reinigt die Blase und das Blut, und fördert die Verdauung. Niemand weiß genau, wie lange der Mensch schon Honig sammelt. Wahrscheinlich ist, dass er sich schon in der Steinzeit zu diesem Zweck an Bienenwaben zu schaffen machte. Historisch abgesichert ist, dass seit etwa 8000 Jahren Imkerei betrieben wird, also die gezielte Bienenzucht zum Gewinn von Honig. In altägyptischen Pharaonengräbern wurde Honig als Grabbeigabe gefunden. Bevor Zucker industriell hergestellt wurde, war Honig für viele die einzige Möglichkeit zum Süßen von Speisen.
In vielen Büchern und Publikationen wird der Wert des Honigs mit der enormen Vielfalt an wertvollen Inhaltsstoffen begründet. Dieser Ansatz ist grundsätzlich richtig, birgt jedoch ein großes Missverständnis, denn das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Die einzelnen Inhaltsstoffe - Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren und viele mehr - sind in der Tat notwendig für die Vielzahl von Stoffwechselfunktionen. Betrachtet man die jeweiligen Einzelmengen, die im Honig vorkommen, so haben kritische Betrachter mit ihrer Behauptung durchaus recht, dass die wertvollen Stoffe zwar vielfältig vertreten sind, die Menge für die menschliche Ernährung jedoch unbedeutend ist. Dies gilt nicht für die Zuckerstoffe des Honigs, die bis zu 80 % des Gehaltes ausmachen. Für die streng naturwissenschaftlich orientierten Naturwissenschaftler stellt Honig demnach nicht mehr als eine bessere Zuckerlösung dar. Allerdings ist die alleinige Betrachtung der Konzentrationen, also das quantitative Erfassen von Wirkstoffen, nicht immer sinnvoll. In der Homöopathie zum Beispiel kommt es nicht auf die Menge eines Stoffes an, sondern auf die "Heilinformation", die er vermittelt. In der Homöopathie ist der Leitspruch "viel hilft viel" geradezu auf den Kopf gestellt. Je kleiner der Gehalt an Inhaltsstoffen ist, um so tiefer wirksam ist das Heilmittel. Zudem würde kein renomierter Forscher die schädliche Wirkung selbst kleinster Schadstoffmengen oder radioaktiver Stoffe in Frage stellen. Umgekehrt können auch kleine Mengen von Wirkstoffen große positive Effekte erzielen.
Eine ganz besondere Nahrung bildet das sagenumwobene Gelée Royale. Werden Bienenlarven mit diesem Saft gefüttert, entwickeln sie sich zur Königin. Die besondere Wertschätzung für das Gelée Royale wird deutlich, wenn man den Bienenstaat näher betrachtet und sich der Bedeutung dieses königlichen Futters bewusst wird.
Königliches Futter
Ein Bienenvolk besteht aus einer Königin, 1000 bis 2000 Drohnen und im Durchschnitt 40.000 bis 60.000 Arbeiterinnen. Die Arbeitsbienen leben 30 bis 45 Tage und sind für alle wichtigen Arbeiten wie Wabenbau, Nektarsammeln und die Aufzucht der Larven zuständig. Sie produzieren das Gelée Royale, das sie zwischen dem fünften und 14. Tag ihres Lebens in ihren Schlunddrüsen absondern. Die Drohnen leben im Durchschnitt drei Monate. Ihre einzige Funktion ist die Befruchtung der Königin. Sie schwärmen den ganzen Tag auf der Suche nach jungen Königinnen, um sich im Hochzeitsflug mit ihnen zu paaren. Da sie unfähig sind, sich selbst zu ernähren, bekommen sie im Frühjahr und Sommer eine Honignahrung von den Arbeiterinnen. Im Herbst werden sie aus dem Stock vertrieben ("Drohnenschlacht") und sterben an Hunger und Kälte. Bienenköniginnen wachsen in speziellen, eigens für die Aufzucht der Königin erbauten Zellen heran. Sie leben bis zu fünf Jahre. Ihre einzige biologische Funktion ist die Fortpflanzung. Die Königin legt in der Hauptlegezeit 2000 bis 4000 Eier und garantiert allein das Uberleben ihres Bienenvolkes! Der Schlüssel zum Geheimnis dieser enormen Vitalität ist Gelée Royale. Es ist die einzige Nahrung - aller Larven des Bienenstaates vom Schlüpfen bis zum dritten Lebenstag, - der Königinnenlarven bis zu ihrem fünften Lebenstag, - der Königin während ihres ganzen Lebens. Heranwachsende Königinnen erhalten nur Gelée Royale, Arbeiterinnen ab dem vierten Tag zusätzlich Honig und Pollen. Nur infolge der Fütterung mit Gelée Royale bilden sich bei der Königin alle Geschlechtshormone. Dagegen fehlen ihr "Werkzeuge" einer Arbeiterin wie Pollenkörbchen.
Vielfalt an Vitalstoffen
Warum wächst eine Königinnenlarve, die zwei Tage länger Gelée Royale erhält als eine Arbeiterinnenlarve, um mehr als das Doppelte? Warum lebt die Königin bis zu fünf Jahre statt nur 45 Tage? Die Antwort liefern die im Gelée Royale zahlreich entbaltenen Vitalstoffe. Es ist verständlich, dass sowohl Imker als auch Wissenschaftler bemüht sind, dem Geheimnis von Gelée Royale auf die Spur zu kommen. Viele Forscher, Ärzte und Apotheker, die sich mit Gelée Royale beschäftigen, kommen angesichts der Fülle an Inhaltsstoffen ins Schwärmen. Betrachtet man nüchterne Laboranalysen, so entdeckt man eine ungeheure Vielzahl an Vitalstoffen, die der menschliche Organismus täglich benötigt. Zwar sind diese essentiellen (lebens- und ausfuhrnotwendigen) Substanzen wie Vitamine, bestimmte Aminosäuren und Mineralstoffe auch in anderen Lebensmitteln enthalten, doch nicht in dieser Vielfalt. Zudem vermutet man, dass auch noch nicht identifizierte Stoffe im Gelée Royale eine wichtige Rolle spielen. Trotz aller Bemühungen entzieht sich ein Rest von mindestens 3 % der Trockensubstanz noch jedem analytischen Nachweis. Auch die Aufklärung des entscheidenden Wirkprinzips ist noch offen. Gelée Royale ist und bleibt: "Das Geheimnis der Bienen für mehr Leistungskraft."
Gelée Royale für den Menschen
Uberträgt man die Eigenschaften von Gelée Royale auf den Menschen, so stellt der kostbare Saft sicher nicht das Wundermittel schlechthin dar. Die folgenden Effekte sind aber erfahrungsmedizinisch belegt. Gelée Royale gibt Energie und Vitalität,
regt den Appetit an, besonders bei Kindern und älteren Menschen,
erhöht den Wert der Nahrung,
fördert die Sauerstoffaufnahme in den Muskeln und im Gewebeund steigert so die physische und psychische Leistungsfähigkeit,
baut in Regenerationsphasen auf,
hebt das allgemeine Wohlbefinden,
unterstützt die Widerstandsfähigkeit bei Müdigkeit und Kälte und
dient zur innerlichen und äußerlichen Hautpflege.
(aus "Honig - Gesundheit aus dem Bienenstock", Gräfe und Unzer Verlag, 1999)
Bienen sind nicht nur sprichwörtlich fleißig, sie "verstehen" auch eine ganze Menge von gesunder Ernährung - man denke an die hochwertigen Blütenpollen und Gelée Royale - und von ihrem "Universal-Heilmittel". Propolis könnte die moderne Pharmaindustrie noch eine ganze Menge lernen.
Propolis - der "Wächter vor der Stadt"
Eigentlich ist Propolis nichts Neues, schon in der Antike kannte man diesen Wirkstoff. Nur geriet er - wie so viele andere wertvolle Naturheilmittel auch - im Lauf der Zeit nahezu in Vergessenheit.
Der Name Propolis stammt aus dem Griechischen und bedeutet "vor der Stadt". Symbolisch meinte man damit die Wächter, die rechtzeitig warnen sollen, wenn ungebetene Gäste in die Stadt eindringen wollen. Wer diese Bezeichnung prägte, ist nicht mehr bekannt, aber er muss schon sehr viel vom Bienenkittharz Propolis gewusst haben. Der Name veranschaulicht nämlich sehr gut eine der Hauptwirkungen dieses Stoffs: Er verhindert, dass Krankheitserreger in den Bienenstock eindringen, die unter Umständen das ganze Bienenvolk vernichten könnten.
Bienen sammeln Propolis vor allem von Birken, Buchen, Erlen, Pappeln, Rosskastanien, Ulmen und Nadelbäumen. Der Harzgehalt beträgt 10-70%, der Anteil der Wachse 15-40% und der Ölgehalt 2-10%; ferner sind in Propolis noch 5-25% unlösliche Bestandteile enthalten. Chemische Untersuchungen ergaben unter anderem, dass Propolis Aminosäuren (Eiweißbausteine), Vitamine, Spurenelemente, Enzyme, wertvolle Fettsäuren, Farbstoffe und antibiotisch wirkende Stoffe enthält.
Die Bienen gebrauchen das weiche, gelbe, wohlriechende Harz hauptsächlich, um ihren Stock auszukleiden, Risse zu verkitten, das Flugloch zu verengen und alle Fremdkörper im Bienenstock die sie nicht hinausschaffen können, damit zu überziehen, sodass sie keine (mögliche) Infektionsgefahr mehr darstellen. Der Imker gewinnt Propolis, indem er ein Gitter im Stock aufstellt, das die Bienen als Fremdkörper mit Propolis überziehen.
Anwendungsgebiete von Propolis
In zahlreichen Untersuchungen erwies sich Propolis als hochwirksames natürliches Antibiotikum mit breitem Wirkungsspektrum. Unter anderem bekämpft es zahlreiche Bakterien, Pilze und sogar verschiedene Viren, gegen die der Schulmedizin noch keine wirksamen Arzneimittel zur Verfügung stehen. Vor allem Eitererreger und Pilze, die Haut- und Schleimhautentzündungen hervorrufen, werden durch Propolis günstig beeinflusst. Ferner wurde nachgewiesen, dass Bienenkittharz Erkältung und Grippe vorbeugen kann und sogar gegen Infektionen mit Herpes-Viren, die neuerdings insbesondere im Bereich der Geschlechtsorgane erheblich zunehmen, aber auch den unangenehmen Bläschenausschlag im Mund-Lippen-Bereich und auf der Mundschleimhaut sowie die Gürtelrose hervorrufen, gut wirkt.
Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet sind schlecht heilende Verbrennungen, Wunden, Geschwüre und Hautentzündungen, insbesondere auch die Akne, die nicht nur junge Menschen während der Pubertät stark belastet. In solchen Fällen wirkt Propolis oftmals erstaunlich schnell, selbst dann noch, wenn die schulmedizinische Therapie durch Antibiotika und Cortison nicht zufriedenstellend hilft. Und selbst die hartnäckige Schuppenflechte spricht auf Propolis gut an, sofern man sie durch eine Spezialdiät ergänzt.
Gute Erfahrungen konnten inzwischen auch bei Erkrankungen ir Hals-Nasen-Ohren- und Augenbereich gesammelt werden. Mundgeruch, Zahnfleischentzündungen und -Schwund, Zahn- schmerzen durch Karies (aber nur zur Soforthilfe bis zur Konsultation des Zahnarztes), Rachen-, Mandel- und Kehlkopfentzündungen gehören ebenso wie Entzündungen und Abszesse des äußeren Gehörgangs, Bindehaut-, Lidrandentzündung und das Gerstenkorn zu den Anwendungsgebieten. Zur Vorbeugung vor Karies gibt es neuerdings auch eine Zahnpasta mit Propoliszusatz.
Damit ist die Palette der Heilanzeigen noch keineswegs zu Ende Das Bienenkittharz hilft auch bei Durchblutungsstörungen der Haut und Gliedmaßen (vor allem der Beine), Krampfadern Hämorrhoiden, rheumatischen Muskel- und Gelenkschmerzen, Beschwerden der Wirbelsäule und Bandscheiben, Sehnenscheiden- und Schleimbeutelentzündungen sowie bei Nervenschmerzen, beispielsweise Ischias oder Gürtelrose.
Schließlich kann Propolis auch noch bei zahlreichen inneren Erkrankungen allein oder ergänzend verwendet werden. Besonders gut wirkt das Kittharz auf den Darm. Viele Infektionen und Entzündungen lassen sich dank der antibiotischen und entzündungshemmenden Wirkung heilen, ohne dass die Darmkeime zerstört werden. Aber auch zur Nachbehandlung des Darms nach Antibiotika- und Strahlentherapie, bei Darmträgheit, Durchfall oder häufigem Wechsel von Durchfall und Verstopfung bewährten sich die "Gesundheitswächter". Ferner kommt Propolis bei Erkrankungen anderer Verdauungsorgane in Betracht, wie Entzündungen und Geschwüre des Magens, Leberentzündung, Gelbsucht und andere Leberleiden.
Ebenso günstig werden Reizungen und Entzündungen der Nieren, Harnwege, Harnblase und Vorsteherdrüse beeinflusst. Für Frauen empfiehlt sich Propolis nach Erfahrungen, die bis in die Antike zurückreichen, bei Menstruationsstörungen, Entzündungen der Eierstöcke, Eileiter und Scheide (bakteriell oder durch Pilze) und gegen Ausfluss.
Ganz allgemein wirkt Propolis kräftigend und mild anregend auf den gesamten Organismus, stärkt das Altersherz, beugt Arterienverkalkung und vorzeitigen Alterserscheinungen vor, normalisiert manchmal den Blutdruck, harmonisiert das Nervensystem, sodass Schlafstörungen, Nervosität, nervöse Erschöpfungszustände und chronische Abgespanntheit beseitigt werden, und steigert die Körperabwehr.
Im Prinzip gibt es eigentlich fast keine Krankheit, bei der Propolis nicht wenigstens ergänzend angewendet werden könnte. Nicht selten bringt erst das Bienenkittharz den Durchbruch in eine Behandlung, die vorher nicht richtig ansprach, weil es die wichtigen Selbstheilungsregulationen anregt. Dabei ist Propolis im allgemeinen ausgezeichnet verträglich. Nur etwa 1% der damit behandelten Patienten entwickeln eine Allergie, die sich meist au dem Pollenanteil im Kittharz erklärt; in solchen Fällen muss die Behandlung leider sofort abgebrochen werden.
Die Dosierung beträgt 3 mal täglich 5 Tropfen in Wasser vor den Mahlzeiten oder vorbeugend 3 Tropfen täglich 1 mal auf Würfelzucker oder in Wasser.
Propolis gibt es in verschiedenen Zubereitungsformen rezeptfrei in Apotheken und Reformhäusern zur innerlichen und äußerliche Anwendung und natürlich auch bei Ihrer .
Met, auch Honigwein genannt, ist ein Getränk aus Honig und Wasser . Teilweise werden auch, besonders in der privaten Produktion, verschiedene Gewürze, Früchte und Fruchtsäfte (zumeist und Apfelsaft) zugegeben oder anstelle des Wassers benutzt. Ursprünglich wurde Met mittels hergestellt. Heute werden zumeist verwendet, wie sie auch in der Verwendung finden. Abhängig von der verwendeten , der Menge an (Honig) und anderen Umgebungsbedingungen während der kann Met bis ca. 16 Alkohol enthalten (üblich sind 11-16 Vol.-%). Getrunken wird Met sowohl heiß als auch kalt. Mit vergorener oder mit Kirschsaft vermischter Met erfreut sich besonderer Beliebtheit und wird häufig als Wikingerblut bezeichnet. Met oder Wikingerblut mit einer scharfen Gewürzmischung wird auch als Drachenblut bezeichnet.
Geschichte
Herkunft des Wortes „Met“ Das deutsche Wort Met hat seine Wurzeln im indogermanischen Wortstamm *medhu-, mit dem zumeist der Honig bezeichnet wurde. Wie verbreitet dieser Wortstamm im indogermanischen Sprachraum ist, zeigen folgende Beispiele: Das slawische „med“oder das spanische und französische „miel“bedeuten Honig. Auf Dänisch und Norwegisch heißt Met „mjød“, auf Schwedisch „mjöd“. Im bezeichnet das Wort „mádhu“, einen süßen, berauschenden Trank oder Honig. Auf ungarisch, das nicht zu den indogermanischen Sprachen gehört, "méz".
Entdeckung von Met Es gilt als gesichert, dass Met und die ersten alkoholischen Getränke der Menschheit nach dem waren, welches auf eine noch ältere Geschichte zurückblicken kann (neueste Quellen lassen sich auf etwa 5500 v.Chr. datieren). Verfahren zur von Wein waren in und Vorderasien bereits um 3500 v. Chr. bekannt, Metgewinnung hat eine etwas ältere . Der wurde jedoch nicht nur gegessen, sondern auch als von leicht verderblichen Nahrungsmitteln gebraucht. Oft hatte man mit einem hohen Wassergehalt verwendet oder an einem feuchten Ort gelagert. Es war nur eine Frage der Zeit, bis Met entdeckt wurde, da die Gärung von bei genügend hoher Feuchtigkeit automatisch einsetzt.
Geschichte bis heute Seit ältester Zeit stellten die , die durch die riesigen Wälder über ausreichend Honig verfügten, Met her. Die spontane Verwandlung von Honigwasser in ein viel geschmackvolleres Getränk mit der berauschenden Wirkung des Alkohols machten den Met in der zum Trank und Geschenk der (Götter). Der Honigwein wurde nicht nur auf Feiern in großen Mengen getrunken, sondern diente als Trank der Götter in Handlungen. Durch den kultischen Status war der ausschweifende Genuss von Met denn auch gleichzeitig Götteropfer. Die enthält detaillierte Beschreibungen von regelrechten und den Folgen am nächsten Tag –die Gelage waren wegen des Hintergrundes aber eben nicht nur „Besäufnisse“, sondern auch Opferhandlungen. Der Unterschied zwischen Feier und Opfer bestand prinzipiell nur darin, wem man die verspeisten Lebensmittel widmete. Neben seiner Verwendung für Feste und Zeremonien war Met aber auch ein ganz normales Alltagsgetränk, vergleichbar mit Bier im Europa. Met genoss bis ins Mittelalter einen hohen Stellenwert. Durch das Aufkommen von Bier im Norden und Wein im Süden Europas verringerte sich der Konsum von Met stetig, weil die Herstellung von Met im Vergleich zu Bier und Wein teurer und aufwändiger ist. Trotzdem wurde auch im Mittelalter Met produziert und getrunken. Kaiser schrieb, dass in jedem landwirtschaftlichen Musterbetrieb Bienen gezüchtet und Met produziert werden soll. Auch im wurde um Met, zusammen mit , als Nachtisch serviert. Heute kennen nur noch nord- und osteuropäische Gebiete eine Mettradition. In sind immer noch Rezepturen von Met (englisch: Mead) bekannt und zum Teil in Gebrauch. In den klassischen Weinanbaugebieten in Süd- und Mitteleuropa ist der Met fast gänzlich ausgestorben.
Verwendung in früherer Zeit Met fand bei den früheren Völkern eine vielseitige Verwendung. Er spielte bei Gastbewirtungen, in , als Opfergabe für die Götter, als Grabbeigabe, bei religiösen Festlichkeiten, als Gesundheitsgetränk und in der eine Rolle. Die Griechen tranken fast ausschließlich Wein, aber Historiker sind sich einig, dass in bienenreichen Gebieten Met hergestellt wurde. Als die edelste Spende für die Götter galt im alten Griechenland das Melikraton. Zuerst war es ein Produkt aus Milch und Honig, später wurde Wasser oder Wein anstelle von Milch verwendet. nennt das Melikraton auch Honigmet. Er beschreibt es als ein Gemisch aus einem Teil Honig und zwei Teilen Wasser, das in die Sonne gestellt wird. Das Melikraton spielte eine besondere Rolle bei Totenbeschwörungen und im . kannten den Met anfangs nicht. Erst durch die römischen Eroberungen in fand mit dem aufkommenden Wohlstand auch der Met den Weg nach Rom. Die Römer tranken meistens Wein-Met, das „mulsum“, als Tafel- und Gesundheitsgetränk. Sie versüßten ihren meist sauren Wein mit Met, oder brauten ihr „mulsum“direkt in Wein anstatt Wasser. Wie die folgende Episode zeigt, war „mulsum“ein Getränk für die Reichen und wurde meistens zur „gustatio“serviert. „Appius erzählt bei Varro (…), dass er in seiner Jugend aus Sparsamkeit keinen Met trank und erst, nachdem er eine Erbschaft gemacht, in seinem Hause Met zu bereiten begann; wenn gute Freunde zu Besuch kamen, habe er ihnen allerdings jederzeit mit Met aufgewartet.“Gelegentlich wurde „mulsum“wegen seiner berauschenden Wirkung auch als „Sorgenbrecher“benutzt.
Met als Heilmittel Mit den verschiedensten Zutaten hergestellt und vermischt, wurde der Met gegen die unterschiedlichsten Krankheiten verwendet. Viele der ihm zugesprochenen Wirkungen beruhten zum Teil auf , Teils auf Tatsachen. Honig und Met besitzen eine antibakterielle Wirkung. Schon antike Lehrbücher schrieben ihm Heilkräfte gegen Magen- und Darmbeschwerden oder gegen Erkrankungen der Atemwege zu. Der Met wurde auch als Brech- und Abführmittel bei Vergiftungen benutzt. Gegen Geschwüre und Entzündungen wurde er gegurgelt. Die Römer verwendeten ihr „mulsum“mit den unterschiedlichsten Zutaten gemischt gegen eine Vielzahl von Krankheiten: „(…) mit Zusatz von fein gestoßenen Haselnüssen zur Bekämpfung chronischen Hustens; mit vermengt, heilt er Hüftschmerz; mit Ervenmehl gemischt dient er Frauen zur Wiedergewinnung einer gewissen Körperfülle nach Krankheiten und nützt bei Auszehrung.“Vielmals wurde der Met auch zum Süßen von bitter schmeckenden Arzneimitteln verwendet.
Herstellung Das Herstellen von Met ist einfach. Durch Zugabe von verschiedenen Gewürzen kann man dem Honigwein einen völlig anderen Geschmack verleihen. Zudem kann mit der richtigen trockener oder auch herber Met hergestellt werden. Die vergärung wandelt Honig in Alkohol um und ihre Stoffwechselprodukte geben Met den typischen Geschmack.
Honiganteil Je niedriger der Honiganteil und damit die Konzentration der Summe der darin enthaltenen Zuckerarten ist, desto leichter gärt der Met. Das Gebräu, letztlich in Bezug auf den Gärvorgang eine Zuckerlösung, hat das Bestreben sich zu verdünnen, indem es Wasser aufnimmt, welches den Hefezellen entzogen wird. Wenn die Zuckerkonzentration steigt, wird dieser Effekt verstärkt. Alle in der Hefe (einschließlich die zur Vermehrung) laufen in wässriger Lösung ab. Nimmt der Wassergehalt der Zelle ab, werden die Stoffwechselprozesse der Hefezelle gehemmt. Auch die Größe der Zelle verändert sich und die Zellhaut wird schrumpelig: Am Ende stirbt die Zelle. Das erklärt, wieso Honig fast unbeschränkt haltbar ist. Honig hat nämlich eine extrem hohe Zuckerkonzentration und entzieht damit Zellen, z. B. eindringenden Bakterien oder Pilzen, das zum Leben nötige Wasser.
Auch der von der Hefe gebildete Alkohol entzieht ihr Wasser. Die Saugkraft des Zuckers und des Alkohols addieren sich im Gärgemisch. Das hat zur Folge, dass die Hefe mit zunehmendem Alkoholgehalt weniger Zucker verträgt. Auch ein Met mit einer sehr hohen Zuckerkonzentration beginnt zu gären. Doch sobald nur schon wenig Alkohol entstanden ist, sterben die Hefezellen ab und die Gärung kommt zum Erliegen. Eine Lösung für dieses Problem ist die „Gestaffelte Zuckerung“: Der Honig wird portionsweise zugegeben. Auf diese Weise wird die Hefe nie extremen osmotischen Bedingungen ausgesetzt und ihr Stoffwechsel kann ungehemmt arbeiten.
Gärung Für eine erfolgreiche Gärung sollte eine gärkräftige Reinzuchthefe verwendet werden. Die Temperatur sollte nicht unter 15°C fallen, weil die Hefe dann ihre Arbeit einstellt. Die Honiglösung vergärt durch den hohen Zuckergehalt meist nur langsam. Aus diesem Grund ist eine stetige Überwachung der Gärung notwendig. Die Gärung kann aufgrund der Kohlendioxid-Entwicklung mit Hilfe eines Gärspundes überwacht werden. Zu Beginn der Gärung ist im Gärspund eine stetige Kohlendioxid-Entwicklung zu beobachten. Je weiter die Gärung fortgeschritten ist, desto weniger Blasen gehen durch den Gärspund. Nach 7 bis 20 Tagen ist die Hauptgärung beendet. Die Dauer der Hauptgärung ist sehr stark abhängig von der Zuckerkonzentration und der Hefewahl. Nachdem die Hauptmenge vergoren ist, sollte das erste Mal das überstehende Gebräu vom Bodensatz, durch Abkühlen und anschließendes Absaugen (in Fachkreisen Abstich oder Abschlauchen genannt), getrennt werden. Dies verhindert, dass der Met von auf dem Flaschenboden liegender, abgestorbener Hefe durch verdorben wird. Wenn man also einen Gärspund besitzt ist die Verfolgung der Gärung kein Problem. Während der Hauptgärung ist das Gemisch sehr trübe. Wenn die Hauptgärung vorbei ist, kann ein Absetzen der Trubkörper und toter Hefezellen, und damit eine Klärung der überstehenden Gärmischung festgestellt werden. Zudem ist eine ständige Verkostung des Gemisches ebenfalls hilfreich.
Restzucker kann zum Problem werden, wenn in der abgefüllten Flasche noch lebende Hefe oder Sporen vorhanden sind. Die Gärung kann wieder beginnen, den Met verderben und durch das entstehende Kohlendioxid die Flasche sprengen. Um das zu verhindern, gibt es folgende Methoden:
Hoher Alkoholgehalt Ab einer Konzentration von 17% wirkt Alkohol konservierend. Bei der Gärung wird dieser Wert nicht erreicht, weil die Hefe bei einem Alkoholgehalt von höchstens 16% stirbt. Durch Aufspritzen mit Spirituosen kann er jedoch konserviert werden. Manchen wird dieser Alkoholgehalt jedoch zu hoch sein. Andererseits bietet sich die Möglichkeit, mit dem entsprechenden Schnaps eine neue Geschmacksnote in den Met zu bringen.
Schwefelung In manchen Met-Rezepten wird geraten, den Met mit zu schwefeln. Dadurch wird nur die Arbeit schädlicher Bakterien unterbunden. Die Hefe wird, bei einer Schwefeldosierung innerhalb der gesetzlich zugelassenen Mengen, nicht beeinflusst. Aus diesem Grund kann der Schwefel sogar schon vor der Gärung zugegeben werden, um die Bakterienvermehrung zu hemmen.
Heiß abfüllen Hefe und andere Mikroorganismen sterben wie alle Lebewesen bei einer bestimmten Temperatur ab. Durch den Alkohol im Met wird dieser Effekt verstärkt. In der Weinindustrie wird der Wein mit einer Temperatur von 55°C in die kalte Flasche gefüllt.
Bei Mengen im Litermaßstab lässt sich das Erhitzen und Abfüllen mit einfachen Mitteln durchführen. Beim Erhitzen ist zu beachten, dass das Gefäß abgedeckt bleibt, um den Alkoholverlust gering zu halten. Nach dem Einfüllen sollten die Flaschen schräg gelagert werden, damit auch am Verschluss Keime abgetötet werden können.
Veredelung Nach dem eigentlichen Brauprozess besteht die Möglichkeit, durch Zusatz weiterer Stoffe eine bestimmte Geschmacksrichtung zu erzielen.
Gewürze Der Zusatz von Gewürzen ist so alt wie die Metherstellung selbst. Im einfachsten Falle werden die Gewürzstoffe in einem Leinensäckchen in das Gärfass gehängt. Dabei muss jedoch der Honigwein ständig auf seinen Geschmack geprüft werden, um den richtigen Moment zum Entfernen des Säckchens nicht zu verpassen. Eine modernere Methode ist, den Gewürzen ihr Aroma mit Wasser oder Alkohol zu entziehen und anschließend diesen Extrakt zum Met zu geben.
Dunkle Farbe Beim Met wird eine dunkle, intensive Farbe oft hochwertiger beurteilt als eine helle. Eine Methode um dunklen Met zu erhalten, ist dunklen Honig zu verwenden. Dieser ist teurer und scheidet bisweilen aus ökonomischen Gründen aus. Mit kann dasselbe Ergebnis erzielt werden
Eichengeschmack Ein im Eichenfass gekeltertes Getränk gilt als wertvoll und sorgfältig zubereitet. Dem gegenüber steht der hohe Preis für Eichenfässer und die schwierige Reinigung. Denselben Geschmackseffekt kann man durch Einbringen von Eichenspänen oder Zugabe von Eichenaroma in das Gärgefäß erzielen.
Honigwahl Die wichtigste Komponente des Mets ist der . Da er maßgeblich den Geschmack und die Farbe des Mets beeinflusst sollte die Honigsorte nicht unüberlegt gewählt werden. Grundsätzlich lassen sich alle Honigsorten zu Met verarbeiten. Sogar Problemhonige, etwa solche mit einem für den Verkauf zu hohen Wassergehalt, können vergoren werden. Das ist besonders für Imker interessant, die diesen Honig sonst entsorgen müssten. Aus wirtschaftlichen Überlegungen empfiehlt sich für die Gärung preiswerten Honig wie Rapshonig zu verwenden und mit geschmacksintensivem Honig wie Blüten- oder Waldhonig nachzusüßen. So bleibt der Verkaufspreis niedrig und der Met hat trotzdem ein edles Aroma.
Honigbier
Mit Honigbier bezeichnet man Bier, das unter der Zugabe von gebraut wird (also kein Bier nach ). Der Honig wird zur Würze oder zum Jungbier zugegeben, wodurch der Zucker des Honigs mitvergoren und das Bier nur wenig süßer wird. Alternativ kann fertiges Bier erhitzt und damit pasteurisiert und dann der Honig zugegeben werden. Hiermit handelt es sich dann eigentlich um ein -, das aber auch inoffiziell Honigbier genannt wird. Dieses hat einen kräftig süßen Honiggeschmack. Bereits die setzten ihrem aus und gebrauten Bier Honig zu, wie eine Untersuchung germanischer Trinkhörner bewies, angelehnt an den Honigwein . Zu den Bedingungen des (vor der Entdeckung des Hopfens für das Brauen) war das Honigbier länger haltbar, da Honig natürliche, von den Bienen erzeugte Konservierungsstoffe enthält. Der Alkoholgehalt von Honigbier schwankt zwischen 4,9 und 8 %, je nach Sorte. Honigbier wird größtenteils unter Namen wie Wikingerbier, Schweizer Honigbier vertrieben
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